True Story

Der goldene Handschuh – deutsch-französisches Drama aus dem Jahr 2019.

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Der goldene Handschuh ist ein Film über den deutschen Serienmörder Fritz Honka (1935-1998), der in den 1970er Jahren im Hamburger Kiezmilieu mehrere Morde begangen hat. Als Vorlage für den Film diente der Roman „Der goldene Handschuh“ von Heinz Strunk, der in seinem Tatsachenroman aus dem Leben von Fritz Honka berichtet. Das Buch erschien 2016 und wurde mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet.

In den 1970er Jahren sprach ganz Deutschland über den Serienmörder Fritz Honka, der vier Prostituierte tötete und die Leichen zersägte, die abgetrennten Körperteile in Tüten packte und diese in seiner Wohnung in Hamburg-Ottensen versteckte.

Friedrich Paul Honka wurde am 31. Juli 1935 in Leipzig geboren. Die Eltern, der Zimmermann Fritz Honka und dessen Ehegattin, die Putzfrau Else Honka, bekamen zehn Kinder, von denen drei während der Geburt starben. Sein Vater war Kommunist und wurde in ein Konzentrationslager deportiert. Nach dessen Befreiung verfällt er der Alkoholsucht und stirbt 1946. Die Mutter ist mit den vielen Kindern völlig überfordert.

Fritz Honka wächst in einem Heim auf, hier mangelt es ihm an Liebe und Zuneigung. 1951 zieht es ihn in den Westen, arbeitet als Hilfsarbeiter auf Bauernhöfen und findet 1956 eine Stelle als Werftarbeiter in Hamburg. Auf einer Straße bei Barsbüttel kommt es zu einem schweren Verkehrsunfall. Seine Nase wurde zertrümmert und es blieben entstellte Gesichtszüge, unter anderem ein Schielen. Neben seiner Entstellung kamen ein Sprachfehler und eine Alkoholabhängigkeit hinzu, außerdem galt er als geistig zurückgeblieben.

Er fühlte sich einsam und findet nicht den erhofften Anschluss an die Gesellschaft. Es kommt zu einem Kennenlernen mit einer Frau namens Inge B., die er kurz darauf heiratet. Fritz Honka verprügelt sie regelmäßig und als er ihr droht sie umzubringen, läuft sie ihm davon. Er arbeitet als Nachtwächter und wohnt in einer kleinen Dachgeschosswohnung. Seine Bleibe ist völlig verwahrlost, schäbige Möbel und volle Aschenbecher zieren sein Heim.

Fritz Honka ist Alkoholiker und besucht Kneipen wie den Goldenen Handschuh oder den Elbschlosskeller. Hier betrinkt er sich regelmäßig und macht sich an Frauen heran, wo er auch auf Prostituierte trifft, die ihre Dienste für fünf Mark anbieten. Für etwas Alkohol und einem Dach über dem Kopf lassen sie sich mit ihm ein. Die Damen waren fortgeschrittenen Alters und alle samt Stadtstreicherinnen, wodurch ihr Verschwinden lange unbemerkt und ohne Folgen blieb.

Sein erstes Opfer war Gertraud Bräuer. Die 42-Jährige tötete er vermutlich im Dezember 1970 in seiner Wohnung. Auf einem Schrottplatz wurden später Teile ihres Körpers gefunden. 1974 ermordet er die 54-jährige Anna Beuschel, die er in der Kneipe Zum Goldenen Handschuh kennengelernt hatte. Noch im selben Jahr tötet er die 57 Jahre alte Frieda Roblick. 1975 fällt ihm die 52-jährige Ruth Schult zum Opfer.

Am 17. Juli 1975 bricht in dem Gebäude in der Zeißstraße 74 in Hamburg-Ottensen, in diesem er seine Wohnung hat, ein Feuer aus. In einer Nachbarwohnung war es zu diesem Brand gekommen. Als die Feuerwehr eintrifft, fallen ihnen Müllsäcke entgegen, gefüllt mit menschlichen Überresten. 1976 kommt es zum Prozess und Fritz Honka wird zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er kommt in die geschlossene Psychiatrie und wird 1993 entlassen. Unter dem Namen Peter Jensen lebt er in einem Altenheim und stirbt am 19. Oktober 1998 im Alter von 63 Jahren.