True Story

1917 – britisch-amerikanisches Kriegsdrama aus dem Jahr 2019.

1917

Das Kriegsdrama des Drehbuchautors und Regisseurs Sam Mendes basiert auf den Erfahrungen, Berichten und Erzählungen seines Großvaters Alfred Hubert Mendes (1897-1991) während des Ersten Weltkriegs.

Alfred Mendes ist Schriftsteller und Autor zahlreicher Kurzgeschichten. Bekannt wurde er durch seine beiden Romane „Pitch Lake“ aus dem Jahr 1934 und „Black Fauns“ aus dem Jahr 1935. Alfred Mendes wurde am 18. November 1897 in Trinidad geboren. Mit 15 Jahren geht er nach Großbritannien und besucht das Hitchin-Gymnasium. Er hoffte, danach an der Universität studieren zu können, doch sein Plan wurde mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs zerschlagen.

Er kehrt nach Trinidad zurück und tritt gegen den Willen seines Vaters in diesen Krieg. Wieder in England kämpft er für Großbritannien gegen die Deutschen. Militärische Aufzeichnungen belegen, dass er im Januar 1916 in England angekommen und bereits im Alter von 19 Jahren zum Einsatz kam. Bis zum Juni  diente Alfred Mendes in der Schützenbrigade. Drei Monate darauf schickte man ihn nach Oisemont,  einer französischen Gemeinde im Département Somme in der Region Hauts-de-France, um hier eine Ausbildung als Signaller zu absolvieren. Dies sind speziell ausgebildete Soldaten die für militärische Kommunikation verantwortlich sind, unter anderem  Nachrichten zu überbringen.

Zwei Jahre kämpft Alfred Mendes in Flandern, entlang der belgischen Front. Für seinen heldenhaften Einsatz wurde er ausgezeichnet. Er ist gerade 20 Jahre alt als er in der  Ypernschlacht, Erste Flandernschlacht, durch das hart umkämpfte Gebiet rennt, um ihm übertragene Nachrichten zu überbringen. Umgeben von Scharfschützen,  Maschinengewehren und Granaten riskierte er sein Leben.

Diese Geschichten erzählte Alfred Mendes später seinen Enkelkindern. Er berichtet über die Schlacht von Poelkapelle am 9. Oktober 1917, einer Gemeinde des Arrondissements Ypern in der belgischen Provinz Westflandern und über den Tod seiner Kameraden. Auch die Zeitung The Sun hat seine Geschichte veröffentlicht. In diesem Artikel geht es nicht nur um seine Kriegsgeschichten, sondern auch den Begegnungen mit den Frauen. Seine Lebensgeschichte wurde erst elf Jahre nach seinem Tod veröffentlicht.

Alfred Mendes selbst hatte nie Interesse daran seine Lebensgeschichte zu veröffentlichen. „Ich hatte kein Interesse an diesem Thema. Ich hätte lieber lernen sollen, wie man mit einem Maschinengewehr umgeht. Zumindest hätte dies meine Überlebenschancen erhöht. Wie sich herausstellte sollte mein vierwöchiger Aufenthalt in Oisemont mir die Gelegenheit geben, zahlreiche Damen zu treffen, die bereit für ein Liebesspiel waren.“

Er hatte sich in die 18-jährige Lucille Sannier verliebt, eine zierliche und blonde junge Frau mit blauen Augen, die Tochter eines Vermieters. Beide wurden ein Paar. Während der Dritten Flandernschlacht erhält er erneut einen Auftrag und wurde nach Passendale geschickt, einem Ortsteil der Gemeinde Zonnebeke in der belgischen Provinz Westflandern. Ein Angriff bei strömenden Regen endete in einer Katastrophe. Von 484 Männern seines Bataillons wurden 158 getötet, verwundet oder galten als vermisst.

Überlebende fanden sich in  den zahlreichen mit Wasser gefüllten Kratern. Soldaten wurden losgeschickt um jedes der Granatlöcher zu überprüfen. Der kommandierende Offizier forderte dazu auf, nach Überlebenden zu suchen. Er warnte auch vor den Gefahren, vielleicht ist dies eine Suche ohne Rückkehr. Alfred Mendes meldete sich freiwillig und fühlte sich seinem Bataillon gegenüber verpflichtet. Trotz der Gefahren hatte er es geschafft ohne einen Kratzer zurückzukehren, jedoch mit einer Reihe haarsträubender Erfahrungen. 1919 kehrt er nach Trinidad zurück. 1933 zieht es ihn nach New York City, wo er bis 1940 blieb, um danach wieder nach Trinidad zu gehen.