True Story

Der Richter und der Mörder (Le juge et l’assassin) – französisches Drama aus dem Jahr 1976.

Der Richter und der Mörder

Der Film des Regisseurs Bertrand Tavernier basiert auf dem französischen Serienmörder Joseph Vacher (1869-1898). Seine Opfer waren meist junge Landarbeiter. Zwischen den Jahren 1894 und 1897 soll Joseph Vacher 11 bis 27 Menschen getötet haben. Am 28. Oktober 1898 wurde Joseph Vacher zum Tode verurteilt und am 31. Dezember das Urteil mittels Guillotine vollstreckt.

Man verglich ihn oft mit Jack the Ripper, der in London mehrere Menschen ermordete. Die Morde von Joseph Vacher waren so grausam, das die Behörden vom französischen Ripper sprachen. Sein vernarbtes Gesicht und seine weiße, handgefertigte Mütze aus Hasenfell, waren sein Markenzeichen.

Joseph Vacher wurde am 16. November 1869 als Sohn eines Bauern geboren. Sein Vater galt als ungebildet. Er besucht eine streng katholische Schule, wo man ihm beibrachte, Gott zu gehorchen und ihn zu fürchten. Später tritt Joseph Vacher der Armee bei. Er fühlt sich nicht anerkannt genug und man erwies ihm nicht die Aufmerksamkeit die er sich gewünscht hatte. 1893 verliebt er sich in die junge Magd Louise. Sie fühlte sich bei ihm gelangweilt und verspottete ihn. Voller Wut griff er zur Waffe und versuchte sie zu töten, doch sie überlebte schwer verletzt.

Daraufhin versuchte sich Joseph Vacher selbst das Leben zu nehmen. Eine Kugel blieb für immer in seinem Schädel stecken. Man brachte ihn in eine Nervenheilanstalt. Eine medizinische Behandlung brachte ihm nichts. Die Ärzte entließen ihn als „vollständig geheilt“. Nach seiner Entlassung aus der Heilanstalt, im Alter von 25 Jahren, begann seine Mordserie. Er tötete und verstümmelte mindestens elf Menschen. Er stach auf seine Opfer ein, zog sie aus und vergewaltigte sie. Man spricht hier auch von Sodomie.

Vacher zog von Ort zu Ort, bettelte als Tagelöhner und arbeitete auf den Bauernhöfen. Als er 1897 versucht eine Frau zu töten, setzte sie sich zur Wehr und ihre Schreie alarmierten den Ehemann und ihren Sohn. Beide konnten ihn überwältigen und übergaben den Täter der Polizei. Nach seiner Verhaftung behauptete Joseph Vacher, er sei verrückt und von Gott gesandt worden zu sein. Untersuchungen bestätigten jedoch eine völlige Gesundheit. Dies wurde auch durch den Arzt und Kriminologen Alexandre Lacassagne (1843-1924) bestätigt. Joseph Vacher wurde zum Tode verurteilt. Am Tag der Vollstreckung weigerte er sich aus eigener Kraft das Gerüst der Guillotine zu betreten. Die Henker mussten ihn dort hinauf ziehen.