True Story

Angelo – österreichisch-luxemburgisches Drama aus dem Jahr 2018.

Angelo

 

Der Film basiert auf dem Leben des nach Wien verschleppten Afrikaners Angelo Soliman (um 1721-1796).

Angelo Soliman gehörte zum Volk der Kanuri und wurde vermutlich im heutigen Nordostnigeria geboren. Er wurde von Sklavenhändlern verschleppt und nach Europa gebracht, nach Österreich in das barocke Wien und wurde hier oberster Diener des Fürsten Wenzel von Liechtenstein (1696-1772). Dadurch zog er viele Blicke auf sich, durch seine Kleidung war ihm die ungewollte Aufmerksamkeit durch Gaffer sicher. Der Fürst war einer der mächtigsten Männer des Habsburgreiches.

In den 1750er Jahren tritt Angelo Soliman in die Dienste des Fürsten Wenzel von Liechtenstein. Wien galt als internationale Stadt, Türken, Armenier und Italiener lebten in der barocken Stadt, während die Afrikaner meist als Diener arbeiteten. Der Fürst machte ihn zum Chef seiner Dienerschaft. Angelo Soliman hatte zahlreiche Freunde gefunden, diese auch in höchsten Kreisen, darunter auch der Feldherr Franz Moritz Graf von Lacy (1725-1801). Selbst der Kaiser Joseph II. (1741-1790) schätzte ihn.

Der Fürst hatte Eheschließungen seiner Dienerschaft untersagt. Angelo Soliman heiratet heimlich, am 6. Februar 1768 die Witwe Magdalena Christiani, geborene von Kellermann. Wenzel von Liechtenstein hatte jedoch von dieser Eheschließung erfahren und entließ ihn daraufhin fristlos. 1772 wird Angelo Soliman Vater einer Tochter, Josephine wurde geboren.

Der neue Fürst Franz Josef von Liechtenstein (1726-1781), der Neffe des Fürsten Wenzel von Liechtenstein, stellt ihn erneut als Hausangestellten, Prinzenerzieher, ein. 1781 bekommt er sogar Zugang zur Freimaurerloge „Zur wahren Eintracht“, in diese er aufgenommen wurde. Angelo Soliman verstarb am 21. November 1796 in Wien.

Der Bildhauer Franz Thaler fertigte eine Totenmaske an. Vermutlich auf Anweisungen des Kaisers, wurden ihm die inneren Organe entfernt und der Körper ausgestopft. Der Körper diente nun als Ausstellungsstück im kaiserlichen Naturalienkabinett. Man stellte ihn als halbnackten Wilden, umgeben von Tieren aus Afrika, dar. Das er einst zu den angesehensten Bürgern von Wien zählte, davon war nun nichts mehr zu spüren. Aus einem beliebten und geachteten Menschen wurde nun ein Objekt. Zehn Jahre lang wurde der präparierte Körper zur Schau gestellt.