True Story

Rottenknechte – deutsches (DDR) Dokudrama aus dem Jahr 1971.

Rottenknechte

 

Das fünfteilige Dokudrama der DEFA zeigt das Schicksal von Matrosen der Kriegsmarine und ihrer Offiziere in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit. Das Drehbuch orientiert sich an realen Ereignissen. Die Teile eins bis drei orientieren sich an Geschehnissen der Meuterei auf dem Minensuchboot M 612. Teile vier und fünf zeigen die Geschichte der Schnellbootgruppe Klose, einer Geheimdienst- und Spionageeinheit unter Hans-Helmut Klose, diese von 1949 bis 1956 aktiv war.

Am 5. Mai 1945 kommt es auf dem Minensuchboot M 612 zu einer Meuterei. M 612 war von Fredericia, Dänemark, ausgelaufen um sich einem Transport nach Kurland anzuschließen. Der Mannschaft wurde das Ziel ihrer Fahrt mitgeteilt. Nur eine halbe Stunde nach dem Ablegen kommt es zu einer Meuterei. Anführer dieser Meuterei war der 21-jährige Maschinenmaat Heinrich Glasmacher. Der Kommandant des Minensuchbootes Oberleutnant Dietrich Kopp und weitere Offiziere wurden unter Arrest genommen.

Die Meuterer nahmen Kurs in Richtung Flensburg, um hier möglicherweise an Land gehen zu wollen. Während ihrer Fahrt wurde M 612 von einem Schnellboot bemerkt. Da der Kommandant Dietrich Kopp nicht auf der Brücke erschien wurden weitere Boote angefordert. Die Besatzung von M 612 wurde zum Aufgeben ihrer Meuterei gezwungen. Noch am selben Tag trat ein Standgericht zusammen. Es wurde eine sofortige Vollstreckung der Todesurteile angeordnet.

Elf der Besatzungsmitglieder wurden zum Tode verurteil, vier weitere Matrosen zu drei Jahren Zuchthaus und fünf weitere Männer freigesprochen. Am Abend wurden auf dem Minensuchboot M 612 die Todesurteile vollstreckt. Adolf Hitler hatte Karl Dönitz zu seinem Nachfolger ernannt, der diesen Wahn weiterführte. Elf Menschen mussten sterben, weil sie diesem Wahn von Karl Dönitz nicht folgen wollten. Es folgte ein Massaker an elf jungen Matrosen in den letzten Kriegstagen. Die Leichen wurden über Bord geworfen. Der Fischer Henry West hat im Juni 1945 sieben der toten deutschen Matrosen geborgen. Sie waren in ihren Uniformen und an Händen und Füßen gefesselt.

Der damalige Verantwortliche für die Minenschiffe, der Kapitän zu See Hugo Pahl, hatte eine sofortige Vollstreckung angeordnet, dies trotz der seit zwölf Stunden geltenden Kapitulation. Nach dem Krieg war Hugo Pahl Besitzer einer Zementfabrik in Heidelberg. Er rechtfertigte sein Urteil mit den Worten; „Wir alle waren damals der Meinung, dass wir gemeinsam mit den Westmächten gegen den Osten weiterkämpfen sollten. Das war die einzige Chance gegen den Kommunismus.“ Oberleutnant Dietrich Kopp war nach dem Krieg Postoberinspektor in Bremen. Auch im Jahr 1967 hielt er die damaligen Todesurteile für angemessen. „Ich halte dieses Vorgehen auch heute noch für völlig korrekt. Ordnung muss sein auf einem Schiff.“

Eine weitere Geschichte ist die Hinrichtung von Fritz Wehrmann (1919-1945) und seiner Kameraden am 10. Mai 1945. Fritz Wehrmann wurde 1943 wegen Verstoßes gegen die militärische Zucht und Ordnung nach Lettland strafversetzt. Später wurde er in einem neu aufgestellten Kriegsmarine-Bataillon zugeteilt, um die Stadt Berlin zu verteidigen.

Nachdem im Mai 1945 eine Teilkapitulation Nordwestdeutschland, Dänemark und Niederlande in Kraft gesetzt wurde, verließen Fritz Wehrmann und zwei seiner Kameraden die Einheit um nach Hause zurückzukehren. Fritz Wehrmann, Alfred Gail und Martin Schilling wurden aufgegriffen und als Fahnenflüchtige zum Tode verurteilt. Ein vierter Matrose erhielt die Strafe von drei Jahren Zuchthaus.