True Story

Das Wunder von Wörgl – österreichisches Drama aus dem Jahr 2018.

Das Wunder von Wörgl

 

Gezeigt wird die wahre Geschichte von Michael Unterguggenberger (1884-1936), dem  Bürgermeister von Wörgl, Tirol, in den Jahren 1931 bis 1934.

1932 befand sich die Stadt in einer brenzligen Situation, es gab viele Arbeitslose, da die Zement- und Zellulosefabriken Arbeiter entlassen mussten. Die Gemeinde hatte Steuerausfälle und hohe Ausgaben für die Arbeitslosen. Die Stadtkasse war leer, Schulden in Höhe von 1,3 Millionen Schilling hatten sich angehäuft und es gab etwa 1.500 Arbeitslose. Auslöser für diese Notsituation war die Weltwirtschaftskrise im Jahr 1929. Es war mittlerweile unmöglich Investitionen zu tätigen.

Das Wunder von Wörgl

Unter dem Bürgermeister Michael Unterguggenberger wurde ein Wohlfahrtsausschuss gebildet, der die Ausgabe eines Notgeldes organisierte. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg erließ das Staatsamt für Finanzen eine Erlaubnis, dass Gemeinden in finanzieller Not, Zahlungsmittel selber drucken durften, bekannt als Notgeld oder Notgeldscheine. Michael Unterguggenberger erarbeitete ein Programm, um dieses Freigeld drucken zu können. Dabei orientierte er sich an den Theorien des Kaufmanns und Sozialreformers Silvio Gesell (1862-1930), dem Begründer der Freiwirtschaftslehre.

Der Gemeinderat stimmte diesem Vorhaben am 8. Juli 1932 zu. Es war ein Experiment, da man keinerlei Erfahrungen damit hatte. Ein Nothilfe-Programm was tatsächlich funktionierte und auch Wirkung zeigte. Die Arbeitslosenzahl sank um ein Viertel. Man konnte in Bauvorhaben investieren und auch der Konsum war durch dieses Notgeld gestiegen. Weltweit wurde man auf dieses Experiment aufmerksam.

Dieses Notgeld wurde als Arbeitswertscheine bezeichnet, einer regionalen Währung. Monatlich musste eine Marke zu einem Prozent des Nennwertes der Note gekauft und auf die Vorderseite des Geldscheines geklebt werden, um diesen gültig zu erhalten. Die Gemeinde hatte Bargeld hinterlegt, wodurch die Scheine gedeckt waren. Weitere Gemeinden im Umkreis von Wörgl hatten ebenfalls großes Interesse an diesem Experiment. 1933 wurden diese Notgeldscheine durch die Österreichische Nationalbank untersagt.

Michael Unterguggenberger wurde am 15. August 1884 in Hopfgarten im Brixental, Kitzbühel, geboren. Nach der Schule ist er als Hilfsarbeiter im Sägewerk tätig, bevor er 1899 eine Lehre zum Mechaniker beginnt. Ab 1905 arbeitet Michael Unterguggenberger als Lokführer und wird 1931 zum Bürgermeister von Wörgl gewählt.

 

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