True Story

Spionage – österreichisches Drama aus dem Jahr 1955.

Oberst Redl

Der Film Spionage oder auch Oberst Redl beruht auf dem Spionagefall des österreichischen Nachrichtenoffiziers Oberst Alfred Redl (1864-1913).

Alfred Redl hatte militärische Geheimnisse der österreichisch-ungarischen Armee an Russland, Italien und Frankreich verraten. Als Spion war er für den russischen Geheimdienst tätig. Mindestens zehn Jahre spionierte er, hatte Zugang zu brisanten Dokumenten, diese er an die Russen weiter gegeben hat. Nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst, im Hotel Klomser in der Wiener Herrengasse, wurde er zum Selbstmord gezwungen.

Man hatte versucht diesen Fall zu vertuschen, wurde jedoch von Egon Erwin Kirsch teilweise an die Öffentlichkeit gebracht. Alfred Redl war in leitender Stellung im Evidenzbüro, der Zentrale des militärischen Nachrichtendienstes der österreichisch-ungarischen Monarchie. Als Oberst war er Generalstabschef des VIII. Korps in Prag.

Alfred Redl wurde am 14. März 1864 in Lemberg, Galizien, geboren. Nach dem Besuch der Schule trat er im Alter von 15 Jahren in die Kadettenschule Karthaus ein. Er war homosexuell, was damals niemand wissen durfte, sonst hätte es ernste Konsequenzen für ihn gegeben, wie einer Entlassung aus dem Staatsdienst und einer gesellschaftlichen Ächtung, sowie der Verantwortung vor dem Gericht. Später bewarb er sich für eine Ausbildung als Offizier.

Nach dem Besuch der Kriegsschule arbeitet Alfred Redl im Eisenbahnbüro, um von hier aus mögliche Kriegsgegner auszukundschaften. Danach kam er zum Nachrichtendienst und wurde stellvertretender Leiter des Evidenzbüros. 1912 wurde er zum Oberst befördert. Für seine Spionagetätigkeiten hatten ihn die Russen großzügig belohnt. Dies machte ihn zu einem Lebemann, kaufte zwei teure Autos und verkehrte in gut situierten Kreisen.

Da er noch mehr Geld wollte, bot er seine geheimen militärischen Geheimnisse auch den Franzosen und Italienern an, diese Interesse daran zeigten. Es gab nichts was er nicht verraten hat, Dokumente strengster Geheimhaltung. Als man ihn 1912 nach Prag versetzt, musste das Geld mit Briefen verschickt werden, wodurch er enttarnt wurde.  Die Spur von Alfred Redl konnte verfolgt werden und er wurde verhaftet. Für sein Vergehen, der Spionage, drängte man Alfred Redl zu einem Suizid, den er am 25. Mai 1913 in Wien vollstreckte. Der Fall sollte vertuscht werden, doch der Journalist Erwin Kirsch (1885-1948) hatte dies zum Teil publik gemacht.