True Story

Gotthard – schweizerisches Historiendrama aus dem Jahr 2016.

Gotthard

 

Der Film zeigt den Bau des 15 Kilometer langen Gotthardtunnels in den Jahren 1873 bis 1882 in der Schweiz. Unterstützt wurde dieses Projekt durch den Politiker und Eisenbahnunternehmer Alfred Escher (1819-1882). Der Tunnel mit einer Länge von 15003 Metern verbindet die Ortschaften Göschenen, Kanton Uri und Airolo, Kanton Tessin, in der Schweiz. Über dem Tunnel befinden sich etwa 1100 Meter Gebirge.

1871 wurde die Gotthardbahn-Gesellschaft gegründet. Hier war Alfred Escher zunächst Präsident. Aufgrund zunehmender Kritik musste er 1878 zurücktreten. Alfred Escher hatte generell großen Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz. Seit längerem war geplant, den Norden mit dem Süden Europas durch eine Bahnlinie zu verbinden.

Für den Bau des Gotthardtunnels gab es sieben Bewerber, von denen der Bauunternehmer und Ingenieur Louis Favre (1826-1879) den Zuschlag erhielt. Am 7. August 1872 wurde ein Vertrag unterzeichnet. Somit konnte mit dem Bau des damals längsten Eisenbahntunnels begonnen werden. Louis Favre gab eine Bauzeit von acht Jahren an, sollte der Gotthardtunnel früher fertig sein, bot man ihm eine Prämie. Sollte sich jedoch die Bauzeit verzögern, müsste er eine ebenso hohe Strafe zahlen.

Die Bauzeit wurde um zehn Monate überschritten. Dies brachte Louis Favre und seiner Familie den finanziellen Ruin. Louis Favre verstarb am 19. Juli 1879, noch während des Tunnelbaus. Als Bauunternehmer hatte er bislang noch keinen Tunnel gebaut und angesichts unbekannter Geologien, allgemein ein riskantes Unterfangen. Planung und Durchführung gelten für damalige Verhältnisse als technisches Meisterwerk. Der Durchschlag erfolgte am 29. Februar 1880, bei dem Alfred Escher nicht eingeladen wurde.

Während dem Bau kam es 1875 zu Unruhen und zu einem Streik der Bauarbeiter. Sie forderten mehr Lohn. Es herrschte Elend in den Quartieren der Arbeiter und viele wurden krank. Nach dem Tod von Louis Favre, der im Alter von 53 Jahren an Herzversagen starb, wurde der Bauingenieur Ernest von Stockalper technischer Gesamtleiter. Rund 200 Arbeiter haben beim Bau des Tunnels ihr Leben verloren, sie wurden von Felsen erschlagen, kamen bei Sprengungen ums Leben oder wurden von Lokomotiven und Wagen zerquetscht. Viele starben an den Spätfolgen durch Unterernährung und Krankheiten.