True Story

Nur eine Frau – deutsches Drama aus dem Jahr 2019.

Nur eine Frau

 

Nur eine Frau ist eine Verfilmung des Lebens der türkisch-kurdischen Berlinerin Hatun Aynur Sürücü (1982-2005), die einem Ehrenmord zum Opfer fiel. Der Täter war ihr eigener Bruder.

Hatun Aynur Sürücü wurde am 17. Januar 1982 in Berlin geboren. Ihre kurdischen Eltern stammen aus der türkischen Provinz Erzurum, Anatolien. Hatun Sürücü hat acht Geschwister, wächst in Berlin-Kreuzberg auf und besucht das Gymnasium. Sie ist 16 Jahre alt, als sie ihre Familie von der Schule nimmt und mit einem Cousin in der Türkei verheiratet.

Ihr Ehemann ist gewalttätig und sie kehrt schwanger nach nach Berlin zurück. Hatun Sürücü zieht in die Wohnung der Eltern in Kreuzberg und bringt ihren Sohn zur Welt. Im Oktober 1999 zieht sie aus, legte ihr Kopftuch ab und fand Zuflucht in einem Wohnheim. Sie wollte selbst über ihr eigenes Leben bestimmen, holt ihren Hauptschulabschluss nach und sucht psychotherapeutische Hilfe. Zudem beginnt sie eine Lehre als Elektroinstallateurin.

Hatun Sürücü ist mittlerweile 23 Jahre alt, hat alles aus eigener Kraft erreicht und steht kurz vor ihrer Gesellenprüfung. Man beschrieb sie als gläubige Muslimin, liebevolle Mutter, sehr freundlich, selbstbewusst und als eine sehr eigenständige junge Frau. Nachbarn und auch ihre Kollegen hatten sie sehr geschätzt. Sie hatte geplant nach Freiburg zu ziehen und ihr Fachabitur zu machen. Doch dazu kommt es nicht. Am 7. Februar 2005 wird sie von ihrem eigenen Bruder mit drei Kopfschüssen auf offener Straße, an einer Bushaltestelle in Berlin-Tempelhof, ermordet.

Ihr Bruder hatte Hatun Sürücü zur Bushaltestelle begleitet und fragte sie: „Bereust du deine Sünden?“, zog eine Waffe und drückte ab. Drei ihrer Brüder wurden daraufhin als Tatverdächtige festgenommen. Ein sogenannter Ehrenmord, der bundesweit für Entsetzen sorgte und eine Debatte über Zwangsehen und den Wertvorstellungen von in Deutschland lebenden muslimischen Familien auslöste.

Hatun Sürücü wurde von ihrer eigenen Familie ermordet, weil sie ein eigenständiges Leben führen wollte. Laut ihrer Familie habe sie gegen die Ehre verstoßen. Hatun Sürücü kleidete sich wie ihre Berliner Freundinnen und lebte einige Monate mit ihrem deutschen Freund zusammen. Ihre Familie hatte ihren Lebenswandel missbilligt. Ihre Brüder hätten ihr auch bereits zuvor gedroht und misshandelt. Drei ihrer Brüder mussten sich vor dem Berliner Landgericht verantworten. Sie haben ihre Schwester ermordet, weil sie sich von den traditionellen Wertvorstellungen ihrer Familie losgesagt hatte.