True Story

Sobibor – russisches Kriegsdrama aus dem Jahr 2018.

Sobibor

 

Das Vernichtungslager Sobibor war ein deutsches Lager in der Nähe des Dorfes Sobibor in Polen. Das Lager wurde 1942 während der deutschen Besetzung errichtet. Im Rahmen der „Aktion Reinhardt“ diente das Lager der planmäßigen Ermordung der Juden. Etwa 250.000 Juden wurden in diesem Lager ermordet.

Am 14. Oktober 1943 kam es im Lager zu einem Aufstand mit anschließender Massenflucht. Planung und Durchführung der Revolte gingen mehrheitlich zurück auf sowjetische Kriegsgefangene jüdischer Herkunft aus Weißrussland unter Führung des Rotarmisten Alexander Petscherski und des Zivilgefangenen Leon Feldhendler. Dabei wurden 12 Angehörige der SS getötet. Viele der Gefangenen starben im Kugelhagel der Wachleute oder außerhalb des Lagers in einem Minenfeld.
365 Gefangenen gelang die Flucht, wovon etwa 200 den nahe liegenden Wald erreichten. Bis zum Ende des Krieges konnten nur 47 Flüchtlinge des Lagers untertauchen.
Die zurückgebliebenen Gefangenen wurden daraufhin von der SS ermordet. Das Lager wurde dem Erdboden gleichgemacht und nicht weiter genutzt.

Alexander Petscherski (1909-1990) war einer der Organisatoren und Führer dieses Aufstands. Er diente in der Roten Armee und wurde gefangen genommen. Man brachte ihn als Kriegsgefangenen in das Lager Sobibor.

Stanislaw Szmajzner (1927-1989) war einer von den 47 Überlebenden. Er war zu dieser Zeit gerademal 15 Jahre alt. Über seine Erlebnisse in diesem Vernichtungslager verfasste er ein Buch. Als er am 12. Mai 1942 in diesem Lager ankam, gab er an Goldschmied zu sein, wodurch ihm die Gaskammer erspart blieb. Mit seinem eigenen Handwerkzeug fertigte er im Auftrag vom SS-Oberscharführer Gustav Wagner und für die SS-Mannschaft Goldarbeiten an. Das Gold stammte von den ermordeten Häftlingen. Er schloss sich dem Untergrund-Komitee im Lager an und beteiligte sich am Aufstand. Seine Aufgabe war es, während dem Aufstand aus der Waffenkammer drei Gewehre zu entwenden.

Ihm gelang die Flucht und er emigrierte 1947 nach Brasilien. Dort identifizierte er 1978 Gustav Wagner in einer Polizeistation von São Paulo. Wagner war während des Aufstands nicht im Lager. In einem Interview 1979 mit der BBC zeigte Wagner keine Reue für seine Verbrechen und erklärte; „Ich hatte keine Gefühle dabei…Es war nur irgendein Job für mich. Nach Feierabend haben wir nie über unsere Arbeit geredet, sondern wir tranken und spielten Karten.“ 1980 nahm er sich das Leben.

Thomas Blatt, geboren 1927 in Izbica, Polen, war ebenfalls unter den 47 Überlebenden des Aufstands. Er war damals auch erst 15 Jahre alt als er und seine Familie ins Lager gebracht wurden. Seine Familie wurde vor seinen Augen in die Gaskammer geschickt. Ihn selbst selektierte man für den Arbeitseinsatz. Auch er beteiligte sich am Aufstand.

Er kehrte in sein Heimatdorf Izbica zurück. Einige der Nachbarn unterstützten ihn, andere wiederum verweigerten sich ihm zu helfen. Es kam sogar zu einigen Mordanschlägen. Er hielt Gedenkveranstaltungen in Sobibor sowie Vorträge zum Holocaust. Bei einer Veranstaltung 1999 in Frankfurt sagte er; „Gott ! Wie zerbrechlich, wie ungeheuer dünn ist die Kruste der Zivilisation. Wie leicht wird die Schutzhülle-sobald die Bedingungen dafür gegeben sind-zerspringen und eine Bestie hervorbringen. Davor habe ich Angst.“
Im Mai 2009 wurde Thomas Blatt im Zuge der Vorermittlungen gegen John Demjanjuk, der den SS-Hilfstruppen angehörte, als Zeuge über seine Erfahrungen vernommen. Thomas Blatt lebt heute in den USA.