True Story

Ware für Katalonien – deutsches (DDR) Drama, Kriminalfilm aus dem Jahr 1959.

Ware für Katalonien

Der Kriminalfilm der DEFA beruht auf wahren Ereignissen und ist an die Geschichte des deutschen Unternehmers Hasso Schützendorf (1924-2003) angelehnt. Das Innenministerium der DDR beauftragte Ende 1958 den Regisseur Richard Groschopp (1906-1996) mit der Verfilmung dieser Geschichte und man orientiert sich dabei an realen Vorgängen.

Der Unternehmer war Kopf eines Schmugglerrings in den 1950er Jahren. Hasso Schützendorf wurde am 3. November 1924 in Düsseldorf geboren. Als jungen Mann zog es ihn nach Hamburg. Mit 16 Jahren kam es zu einem Konflikt mit der Gestapo, da seine Leidenschaft der Jazzmusik galt, diese man in jener Zeit als kulturelle Schande bezeichnete. Er wurde verhört und in einem Schnellverfahren verurteilt. Mit einem Strafbataillon schickte man ihn an die Ostfront. Er beging Fahnenflucht und ihm war es gelungen sich vier Todesurteilen zu entziehen.

Im Frühjahr 1945 ist Hasso Schützendorf zurück in Hamburg und sammelte hier gleichzeitig erste Erfahrungen mit dem Schwarzhandel. Dafür verbüßte er eine eineinhalbjährige Haftstrafe in Ostdeutschland. Seinen Lebensunterhalt bestritt er ausschließlich mit dem Schwarzhandel und der Hehlerei.

Hasso Schützendorf und seine Mithelfer verschoben so in den Jahren 1950 bis 1954 zahlreiche Büromaschinen von Ost nach West. Dieser Fall beschäftigte die Politik beider Staaten. Er organisierte einen Schmuggel von Kaffee aus der Schweiz in Richtung der DDR, wodurch auch sein Handel mit Büromaschinen aufgeflogen war. Ein westdeutsches Gericht verurteilte ihn zu zwölf Monaten Haft.

Nach seiner Entlassung baut er in Berlin sein Schmugglergeschäft erneut auf. Zu dieser Bande sollen 100 Personen gezählt haben, die in der DDR ab 1957 Fotoapparate, Ferngläser und weitere optische Geräte aufkauften. Diese Schmugglerware gelangte zunächst nach West-Berlin. Von hier aus ging diese Ware nach Barcelona in Katalonien. Hier wurde die Ware verkauft. Aufgrund dieses Handels konnte der Markt in der DDR nicht gedeckt werden. Für die Volkspolizei kam nur ein Verdächtiger in Frage, man war sich sicher das Hasso Schützendorf dahinter steckt. Er war für diesen wirtschaftlichen Schaden verantwortlich.

Der Volkspolizei war es jedoch nicht gelungen ihn zu verhaften. Etwa 80 Verdächtige hatte man aufgespürt und verurteilt. Hasso Schützendorf konnte entkommen und ließ sich auf Mallorca nieder. Hier gründet er eine Autovermietung und brachte es zu Reichtum, was ihm einen ausschweifenden Lebensstil erlaubte. Ein Lebemann und Playboy, woraufhin ihm die Presse den Namen „König von Mallorca“ gab. Hasso Schützendorf verstarb am 4. Februar 2003 in Palma de Mallorca.