True Story

Marco W. – 247 Tage im türkischen Gefängnis – deutsches Drama aus dem Jahr 2011.

Marco W

Gezeigt wird die wahre Geschichte von Marco Weiss, der im Sommer 2007 in Deutschland als Marco W. bekannt wurde, da er in der Türkei wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Untersuchungshaft genommen und verurteilt wurde, nachdem es während eines Urlaubs zwischen ihm und einem 13-jährigen Mädchen zu sexuellen Handlungen gekommen war. Seine Inhaftierung führte zur Aufmerksamkeit in der deutschen und türkischen Presse, außerdem zu politischen Verwicklungen.

Marco Weiss wurde am 28. Februar 1990 in Uelzen geboren. Er und sein älterer Bruder Sascha sind die Kinder des Juristen Ralf Jahns und der Bewährungshelferin Martina Weiss. Während eines Urlaubs in der Türkei wurde Marco Weiss am 11. April 2007 verhaftet und verbrachte acht Monate in Untersuchungshaft in Antalya. Die türkische Staatsanwaltschaft hatte ihm vorgeworfen, er habe sich in einem Hotelzimmer an der damals 13-jährigen Charlotte aus Großbritannien vergangen.

Marco gab zu Kontakt zu dem Mädchen gehabt zu haben, bestritt jedoch den Vorwurf einer Vergewaltigung. Beide waren sich näher gekommen und es kam auch zu einem intimen Kontakt. Er glaubte das Mädchen sei 15 Jahre alt, was sie wohl auch behauptete und ihr Äußeres hätte niemanden zweifeln lassen.

Am 14. Dezember wurde Marco aus der Untersuchungshaft entlassen und durfte nach Deutschland reisen. Im weiteren Prozessverlauf wurde er von seiner Anwesenheitspflicht entbunden. Die Verteidigung beantragte am 16. September 2009 einen Freispruch. Das Gericht verurteilte Marco wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von ca. 27 Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Marcos Familie hatte mit einem Freispruch gerechnet und war enttäuscht.

Sicher ist eine Untersuchungshaft von acht Monaten hart, aber die türkische Justiz ist hier auch nicht brutaler oder strenger als in anderen Ländern in vergleichbaren Fällen. Die türkische Justiz steckte in einem Dilemma, dass sie versuchen musste zu verhindern, dass sich Marco einer Strafverfolgung entzieht. Man versuchte schnell zu einer Hauptverhandlung zu kommen, auch wenn Verzögerungen eingetreten waren. Das hing damit zusammen die Britin Charlotte in den Gerichtsaal zu laden. Ohne deren Erscheinen war es schwer ein ordentliches Urteil zu fällen.

Medienberichte und deutsche Politiker übten nun auch einen gewissen Druck aus. Ende November 2007 lag dem türkischen Gericht das Protokoll über die Vernehmung des Mädchens von der britischen Polizei vor. Aus türkischer Sicht wurde Marco als Mann gesehen, auch wenn er erst 17 Jahre alt war. Die Unterbringung im Gefängnis erfolgte demnach unter Erwachsenen. Das Mädchen war tatsächlich erst 13 Jahre alt, aber eine Untersuchung zeigte auch, dass sie noch Jungfrau war. Marco glaubte sie sei älter, eine Annahme die das Opfer bei ihm selbst provoziert habe. Beide waren sich näher gekommen, jedoch kam es zu keinem Geschlechtsverkehr. Ihre Mutter hatte eine Strafanzeige gestellt.