True Story

Blinde Wut (Fury) – amerikanisches Drama, Film-Noir aus dem Jahr 1936.

Blinde Wut

 

Der Film des Regisseurs Fritz Lang wurde von wahren Ereignissen im Jahr 1933 inspiriert, als am 9. November der 22-jährige Geschäftsmann Brooke Hart in San Jose, Kalifornien, entführt und ermordet wurde.

Über diesen Fall wurde in ganz Amerika berichtet. Thomas Harold Thurmond und John M. Holmes haben den Geschäftsmann entführt und ermordet. Beide wurden gefasst und gestanden die Tat. Eine Gruppe von Bewohnern in San Jose rief zur Lynchjustiz auf und man hat die beiden Täter gehängt. Der Gouverneur von Kalifornien James Rolph Jr. hatte dies stillschweigend befürwortet.

Brooke Leopold Hart wurde am 11. Juni 1911 geboren. Sein Großvater war Einwanderer aus dem Elsass, der 1866 in San Jose sein Geschäft aufbaute. Im Alter von 22 Jahren übernimmt Brooke Hart das Unternehmen, nachdem sein Vater Alexander Heart das Geschäft geführt hatte. Das Kaufhaus expandierte, die Unternehmerfamilie war sehr bekannt und man schätzte den Kundenservice. Bereits als Jugendlicher hatte Brooke Hart in diesem Kaufhaus gearbeitet. Als sein Vater in den Ruhestand trat, übernahm er die Geschäfte.

Am 9. November 1933 wurde Brooke Hart von Thomas Harold Thurmond und John M. Holmes entführt und man forderte Lösegeld. Die Polizei war informiert und begann mit den Ermittlungen. Am 16. November kam es zu einer erneuten Lösegeldforderung. Dieser Anruf kam von einem Münztelefon in einem Parkhaus in der Nähe von San Antonio. Der Polizei war es gelungen diesen Anruf zurückzuverfolgen. Das Telefon war nur wenige Meter von der Polizeistation entfernt.

Thomas Harold Thurmond konnte verhaftet werden. Nach einer Vernehmung unterzeichnete er ein Geständnis und identifizierte John Holmes als seinen Komplizen. Somit konnte auch er verhaftet werden und gestand die Tat, Brooke Hart entführt und ermordet zu haben. Die Polizei suchte nun nach der Leiche, diese erst am 26. November durch zwei Jäger gefunden wurde. Der Leichnam von Brooke Hart war bereits am Verwesen und von Krabben angefressen.

Die Menschen waren aufgebracht und es kam zu ersten Drohungen die beiden Täter zu lynchen. Eine Zeitung betitelte die beiden Täter als Teufel und rief zu einem Mob auf. Noch mehr Menschen waren in Aufruhr und forderten den Tod von Thurmond und Holmes. Radiosender berichteten, es würde einen Lynchmord geben. Vor dem Gefängnis in San Jose versammelte sich eine Menschenmenge. Die Presse sprach von 5.000 bis 15.000 Menschen, die sich hier am Abend zusammengefunden haben. Noch um Mitternacht standen Tausende vor dem Gefängnis.

Die Stimmung war aufgeheizt und die Menschen wurden immer wütender. Man forderte den sofortigen Tod der beiden Täter. Die Polizei reagierte mit Tränengas. Einige der aufgebrachten Menschen stürmten das Gefängnis. Thurmond und Holmes wurden auf die Straße gebracht und gehängt. Die beiden Leichen blieben etwa 45 Minuten hängen, bis es der Polizei gelang den wütenden Mob niederzuschlagen.

 

1 reply »