True Story

Leo und Claire – deutsches Drama aus dem Jahr 2001.

Leo & Claire

Das Drama beruht auf der Geschichte von Leo Katzenberger (1873-1942), einem deutschen Geschäftsmann jüdischer Herkunft. Leo Katzenberger wurde am 3. Juni 1942 in München durch die Nationalsozialisten hingerichtet.

Grund der Anklage und der Hinrichtung war der Vorwurf, ein angebliches Verhältnis zu einer nichtjüdischen Frau gehabt zu haben. Man spricht hier von einem Justizmord und dieser Fall ist gleichzeitig einer der bekanntesten Fälle von Rechtsbeugung, das heißt ein Verbrechen des Richters Oswald Rothaug (1897-1967) am Volksgerichtshof.

Lehmann „Leo“ Katzenberger wurde am 25. November 1873 in Maßbach, Bad Kissingen, geboren. Mit seinen drei Brüdern gründet er in Nürnberg ein Schuhgeschäft. Daraus wurde das „Springmann-Schuhwarenhaus“. mit mehreren Filialen. Dieses Geschäft betrieb er bis 1938, bis die Nazis Gewaltmaßnahmen gegen Juden organisiert hatten. Leo Katzenberger engagierte sich als Jude in der israelitischen Kulturgemeinde Nürnberg.

Zu seinem Anwesen zählten zahlreiche Mietwohnungen. In einer dieser Wohnungen wohnte die Tochter eines Freundes, Irene Seiler (1910-1984), die den Beruf einer Fotografin erlernt hatte. Sie wuchs in Guben, Niederlausitz, auf. 1932 zieht sie nach Nürnberg und eröffnet im Haus von Leo Katzenberger ein Fotogeschäft. Zwischen dem 37 Jahre älteren Leo Katzenberger und Irene Seiler entwickelt sich ein freundschaftliches Verhältnis, schließlich war sie auch die Tochter eines guten Freundes.

Mitbewohner und Nachbarn betrachteten dieses Verhältnis als sehr misstrauisch. Leo Katzenberger wurde vorgeworfen, eine intime Beziehung zu Irene Seiler gehabt zu haben. Diesen Vorwurf hatte er stets bestritten. Auch Irene Seiler bestätigte, das kein intimes Verhältnis bestehe, somit auch die Aussage von Leo Katzenberger, dies unter Eid. 1939 heiratet Irene Seiler, geborene Scheffler, ihren Geliebten Hans Seiler.

Irene Seiler wurde am 3. Dezember 1941 verhaftet, wegen des Verdachts auf Meineid. Am 13. März 1942 wurde sie zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Leo Katzenberger wurde zum Tode verurteilt und am 3. Juni 1942 mittels Fallbeil hingerichtet. Im Nürnberger Juristenprozess vom 17. Februar bis zum 14. Dezember 1947 trat Irene Seiler als Zeugin auf, bei dem der Jurist Oswald Rothaug wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt wurde. Oswald Rothaug wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt, jedoch 1956 entlassen. Er war verantwortlich für den Tod des 68-jährigen Leo Katzenberger.