True Story

Die Gentlemen bitten zur Kasse – deutsches Drama aus dem Jahr 1966.

Die Gentlemen bitten zur Kasse

 

Der Dreiteiler basiert auf dem großen Postzugraub im Jahr 1963, einem spektakulären Raubüberfall der als größter Geldraub aller Zeiten gilt. Der berühmte Überfall auf diesen Zug ereignete sich am 8. August 1963 in Großbritannien. Ort des Geschehens war die Eisenbahnlinie von Glasgow nach London, an der Bridego-Eisenbahnbrücke in Ledburn, in einer trostlosen Grafschaft.

Der Postzug fuhr im Dienst des nationalen Postdienstes Royal Mail im Vereinigten Königreich. Die Täter erbeuteten hierbei umgerechnet 51 Millionen Euro.
Der Überfall wurde vorbereitet und akribisch geplant, ohne jeglichen Einsatz von Schusswaffen.
Um den Zug zum Stehen zu bringen wurden die Signalanlagen manipuliert. Der Lokführer Jack Mills sah ein rotes Signal und stoppte den Zug, was jedoch eine Falle war. Dabei wurde er von den Tätern niedergeschlagen und man koppelte Lok und zwei der Waggons ab. Da der von der Bande angeheuerte pensionierte Lokführer mit der neuartigen Lokomotive nicht vertraut war, wurde der bewusstlose Jack Mills wachgerüttelt und gezwungen die Lokomotive mit dem Packwagen zur vorgesehen Stelle, der Bridego-Brücke, zu fahren. Unbemerkt vom Rest der Zugbesatzung wurden 120 Säcke mit insgesamt zweieinhalb Tonnen Bargeld abgeladen. Die Säcke wurden in die Fluchtfahrzeuge geladen und zu dem Versteck der Täter, die 40 Kilometer entfernte Leatherslade Farm, einem abgelegenen Bauernhof gebracht.

Mit der Fahndung nach den Tätern ist die Polizei Jahrzehnte beschäftigt.
Anführer der Bande war der damals 32-jährige Bruce Reynolds (1931-2013) der schon als Jugendlicher mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. Weitere Mitglieder der Bande waren Ronald Biggs (1929-2013), Buster Edwards (1931-1994), Roger Cordrey, John Daly, Gordon Goody, Jimmy Hussey, Roy James, Robert Welch, Jimmy White, Charlie Wilson und Tommy Wisbey. Außerdem drei weitere Personen, darunter der pensionierte Lokführer, die ebenfalls am Tatort waren, jedoch nie ermittelt werden konnten.
Die meisten der Beteiligten wurden schnell gefasst und 1964 zu Haftstrafen von bis zu 30 Jahren verurteilt.

Bruce Reynolds gelang es nach dem Raub unterzutauchen. Er floh nach Mexiko, wo er und seine Familie und zum Teil auch Buster Edwards einige Jahre unter falschem Namen lebten. Als sich Reynolds 1968 in einer gemieteten Villa in England aufhielt, gelang es der Polizei ihn zu fassen. Man verurteilte ihn zu 25 Jahren Haft. 1978 wurde er vorzeitig entlassen, 1984 wegen angeblichem Drogenhandel erneut inhaftiert, jedoch 1985 begnadigt.
Buster Edwards kehrte bereits 1966 nach England zurück, Gründe hierfür waren Heimweh und Geldmangel. Auch er wurde gefasst und zu 15 Jahren Haft verurteilt. 1975 kam es ebenfalls zu einer vorzeitigen Entlassung. Auch Charlie Wilson der sich nach Kanada abgesetzt hatte, konnte 1968 verhaftet werden.

Ronald Biggs wurde bereits 1964 verhaftet und zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. 1965 gelang ihm die Flucht und er floh mit seiner Familie nach Paris. Dort besorgte er sich gefälschte Papiere und lässt sich von einem Schönheitschirurgen ein neues Gesicht verpassen. Als ihm Scotland Yard dicht auf den Fersen ist, setzt er sich nach Australien und später Südamerika ab. Er schlägt sich bis Argentinien durch. Ab 1970 lebt er in Brasilien, mit einer Menge Geld, einem Kind einer Brasilianerin was ihn vor einer Auslieferung schützt. 2001 kehrt er nach England zurück und stellt sich. 2009 wurde er begnadigt und im Jahr 2013 verstarb er. Ein Großteil der Beute wurde nie gefunden.

Der Film Hoopers letzte Jagd konzentriert sich auf das Untertauchen von Bruce Reynolds in Mexiko.

 

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