True Story

Das Beil von Wandsbek – deutsches (DDR) Drama aus dem Jahr 1951.

Der Film der DEFA beruht auf dem Roman „Das Beil von Wandsbek“ von Arnold Zweig (1887-1968). Der Autor ließ sich durch eine Notiz in der in Prag erschienenen Deutschen Volkszeitung inspirieren. In dieser Nachricht „Selbstmord eines Henkers“ vom 18. April 1938 hieß es, dem Schlachtermeister und SS-Mann Fock aus Altona wurde eine Hinrichtung von vier Männern übertragen.

Der Schlachtermeister hatte gehofft, dass er mit dem ihm gezahlten 2000 Reichsmark sein Geschäft wieder in Gang bringen könnte. Als man von dem Blutgeld und dem Hinrichten von vier Männern erfahren hatte, blieben ihm die Kunden weg. Er erschoss seine Ehefrau und danach sich selbst. Diese Information inspirierte Arnold Zweig zu seinem Roman. Diese Geschichte sei jedoch falsch.

Die vier Männer Johnny Dettmer, Hermann Fischer, Arthur Schmidt und Alfred Wehrenberg wurden von dem Scharfrichter Carl Gröpler (1868-1946) und seinem Gehilfen Reindel hingerichtet. Carl Gröpler war alleiniger Scharfrichter in ganz Norddeutschland. Er war für etwa 144 Hinrichtungen verantwortlich. Nach dem Krieg wurde er festgenommen, vermutlich wegen der Hinrichtung der vier Kommunisten. Gröpler starb 1946 in Untersuchungshaft.

Buch sowie der Film basieren auf historischen Ereignissen des Altonaer Blutsonntag, einem Werbemarsch der SA am 17. Juli 1932 durch die Stadt Altona. Hier war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen bei denen mehrere Personen erschossen wurden. Altona wurde per Gesetz 1937 nach Hamburg eingemeindet. Etwa 7700 Nazi-Anhänger marschierten durch Altona.

Dies war eine Machtdemonstration die in einer schrecklichen Schießerei endete. SA-Leute und NSDAP-Sympathisanten riefen ihre Parolen und sangen antisemitische Lieder, dies mitten in der heißen Wahlkampfphase um den Reichstag im Jahr 1932. Mehrere Passanten wurden zusammengeschlagen. Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen den rechten Demonstranten und den linksgerichteten Anwohnern.

Dies endete in einer Schießerei, bei der mehrere Anwohner starben. Auch zwei SA-Leute starben, offenbar durch Kugeln von Karabiner-Gewehren, Waffen die von der Polizei verwendet wurden. Die Anwohner starben durch Waffen der Polizei. Polizeileutnant Schieritz räumte ein, den Schussbefehl gegeben zu haben. Dies argumentierte er mit den Worten; „Wir wurden ja auch beschossen“.

Später folgte ein Schauprozess, bei dem vier Todesurteile gegen Kommunisten erhoben wurden. Den vier Männern gab man die Schuld am Altonaer Blutsonntag, wodurch sie hingerichtet wurden. Beweise für deren Schuld hatte es nie gegeben. Dieses Ereignis nutzte die NSDAP für ihre Propaganda. Nach diesem Massaker enthebt Reichskanzler Franz von Papen (1879-1969) die sozialdemokratische Minderheitsregierung Preußens. Somit kamen die Nazis an die Macht.

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