True Story

Die Reise – deutsches Drama aus dem Jahr 1986.

Der Film beruht auf dem unvollendeten autobiografischen Romanessay „Die Reise“ von Bernward Vesper (1938-1971), der sich am 15. Mai 1971 das Leben nahm.

Bernward Vesper setzt sich unter anderem mit seinem Vater, dem Nazi-Dichter Will Vesper (1882-1962) und seiner damaligen Lebensgefährtin Gudrun Ensslin (1940-1977) auseinander. Sein Vater war Schriftsteller, Literaturkritiker und Nationalsozialist. Von 1918 bis 1920 arbeitet er für die Allgemeine Deutsche Zeitung. Von 1923 bis 1943 ist Will Vesper Herausgeber der Zeitschrift „Die schöne Literatur“. Er repräsentierte die NS-Ideologie und war Mitglied der NSDAP. Nach dem Krieg ist er im Bertelsmann-Verlag tätig. Zwischen ihm und seinem Sohn Bernward bestand ein zwiespältiges Verhältnis.

Bernward Vesper wurde am 1. August 1938 in Frankfurt (Oder) geboren. In seinem Werk „Die Reise“ schildert er seine Kindheit, die Schulzeit und Jugend in Gifhorn der 1950er Jahre, sowie seine Leiden an seinem autoritären Elternhaus im Dorf Triangel. 1959 macht er sein Abitur und absolviert danach eine Lehre als Verlagsbuchhändler. Er studiert an der Universität Tübingen Geschichte, Germanistik und Soziologie.

Mit seiner Lebensgefährtin Gudrun Ensslin wechselt er an die FU Berlin. Beide gründen 1963 den Kleinverlag Studio Neue Literatur. Am 13. Mai 1967 wurde ihr Sohn Felix geboren. Die Beziehung zu Gudrun Ensslin endete, als sie Andreas Baader kennenlernt und ihn 1968 verließ. 1969 begann er mit seinem Romanessay „Die Reise“, den er nicht mehr vollenden konnte. Er schreibt über das Verhältnis zu seinem Vater und seiner radikalen politischen Überzeugung. Außerdem seine Erfahrungen mit Drogen.

1971 wurde Bernward Vesper in eine Psychiatrie eingewiesen, wo er sich am 15. Mai 1971 mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben nahm. „Die Reise“ gilt als einflussreiche Darstellung der 68-Generation und bedeutendes Zeitdokument.