True Story

Wir sind dann wohl die Angehörigen – deutsches Drama aus dem Jahr 2021.

© NDR/Gerald von Foris

In Hamburg haben die Dreharbeiten zum Film „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ begonnen. (Pressemitteilung 15.03.2021)

Als Vorlage für den Film diente das Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen: Die Geschichte einer Entführung“ des Autors Johann Scheerer. Er schreibt über die 33 Tage um Ostern des Jahres 1996, als sich sein Vater Jan Philipp Reemtsma in den Händen von Entführern befand. Das Zuhause wurde zu einer polizeilichen Einsatzzentrale. Es bestand nur wenig Hoffnung seinen Vater lebend wiederzusehen. Der damals 13-Jährige schildert seine Erinnerungen.

Jan Philipp Reemtsma wurde am 25. März 1996 Opfer einer Entführung. Nach zwei gescheiterten Zahlungen ließen ihn die Entführer gegen ein Lösegeld in Höhe von 30 Millionen DM am 26. April frei. Angehörige hatten ohne dem Wissen der Polizei eine Geldübergabe organisiert. Daraufhin wurde Jan Philipp Reemtsma unversehrt freigelassen. In seinem 1997 erschienenen Buch „Keller“ schildert Jan Philipp Reemtsma seine Verschleppung, Gefangenschaft und Befreiung. Es ist einer der spektakulärsten Krimimalfälle in der Geschichte der Bundesrepublik.

Thomas Drach und seine drei Komplizen wurden gefasst und zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten Jan Philipp Reemtsma entführt, in einem Keller festgehalten, angekettet und Thomas Drach habe ihm mit Verstümmelungen gedroht. Thomas Drach wurde 2013 aus der Haft entlassen. 2021 wurde er erneut festgenommen. Er steht unter Verdacht im März 2019 einen Geldtransporter überfallen zu haben.

Der 1952 geborene Jan Philipp Reemtsma gründet 1984 das Hamburger Institut für Sozialforschung, das er von 1990 bis 2015 leitet. Er ist Literatur- und Sozialwissenschaftler, Publizist und Mäzen. Sein Sohn Johann Wilhelm Karl Jakob Scheerer ist heute Musiker und Musikproduzent. Er veröffentlichte 2018 sein Buch „Wir sind dann wohl die Angehörigen: Die Geschichte einer Entführung“.