True Story

Germanin – Die Geschichte einer kolonialen Tat – deutsches Drama, Abenteuerfilm aus dem Jahr 1943.

Thematisiert wird die Entwicklung von Suramin, bekannt als Germanin, als medizinischen Wirkstoff gegen die Schlafkrankheit. Als Vorlage für den Film diente das 1938 erschienene gleichnamige Buch des in Nordhausen geborenen Mediziners und Schriftstellers Hellmuth Unger (1891-1953).

Die Bayer AG vertrieb das Mittel unter dem Namen „Bayer 205“ und später unter Germanin. 1916 wurde Suramin von den Chemikern Oskar Dressel (1865-1941), Richard Kothe (1863-1925) und Bernhard Heymann (1861-1933) synthetisiert. Der Wirkstoff wurde in Deutschland als Germanin vertrieben. Anfang der 1920er Jahre verfügte man somit über ein wirksames Mittel gegen die Schlafkrankheit, die in weiten Teilen Afrikas verbreitet war. Der deutsche Mikrobiologe Friedrich Karl Kleine (1869-1951) führte in Afrika einige Tests durch. Suramin hatte sich zudem auch bei anderen Krankheiten bewährt. Von 1908 bis 1914 leitete Friedrich Karl Kleine die Bekämpfung der Schlafkrankheit.

Die Schlafkrankheit, Afrikanische Trypanosomiasis, ist eine Tropenerkrankung, ausgelöst durch Parasiten die von der Tsetsefliege übertragen wird. Nach einer Infektion kommt es zu Fieber, Schüttelfrost, Ödemen, einer Lymphknotenschwellung, sowie Hautausschlag. Nach einigen Monaten folgen Schlafstörungen, Krampfanfälle und Verwirrtheit. Im Endstadium kommt es zu einem Dämmerzustand, einer Schlafsucht.

Karl Rösener (1879-1956) wurde zum Spezialisten in der Bekämpfung der Schlafkrankheit, der unter der Leitung von Friedrich Karl Kleine, in Afrika in der deutschen Kolonie Kamerun, seine Tätigkeit aufgenommen hatte. Die Formel des Wirkstoffs wurde von Bayer geheim gehalten. 1924 wurde sie durch den französischen Chemiker Ernest Fourneau (1872-1949) entschlüsselt und somit allgemein zugänglich. Suramin wird auch gegen das HIV-Virus und Krebserkrankung erprobt.