True Story

Böseckendorf – Die Nacht, in der ein Dorf verschwand – deutsches Drama aus dem Jahr 2009.

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit, einer Massenflucht von 53 Bewohnern des Dorfes Böseckendorf am 2. Oktober 1961 in die Bundesrepublik. Böseckendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Teistungen im Landkreis Eichsfeld, an der Grenze Thüringens zu Niedersachsen, der damaligen innerdeutschen Grenze.

Am 2. Oktober 1961 floh knapp die Hälfte der Einwohner in den Westen, nach Immingerode, im Landkreis Göttingen. 16 Familien, darunter 21 Kinder, hatten die DDR verlassen. Die DDR-Führung hatte den Ausbau der Grenze systematisch vorangetrieben. Nahe des Dorfes Böseckendorf wurden erste Betonpfosten errichtet. Gerüchte kursierten, man wolle die Dorfbewohner umsiedeln.

So kam es zur größten Flucht über die innerdeutsche Grenze. Die Familien ließen alles zurück und riskierten ihr Leben, um dem Alltag aus dem Sperrgebiet zu entkommen. Wenige Wochen nach dem Bau der Berliner Mauer hatte die DDR-Führung damit begonnen, die Grenze zur Bundesrepublik auszubauen. Mit Hilfe von Spitzeln stellte die Staatssicherheit Listen auf. Bauern die sich gegen eine Gründung der LPGs ausgesprochen hatten, standen ganz oben auf der schwarzen Liste, um zwangsumgesiedelt zu werden.