True Story

Mein Leben – Marcel Reich Ranicki – deutsches Drama, Biografie aus dem Jahr 2009.

Der Film basiert auf der Autobiografie „Mein Leben“ des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki (1920-2013).

Marcel Reich-Ranicki wurde am 2. Juni 1920 in Włocławek, Polen, geboren. Ende der 1920er Jahre schickten ihn seine Eltern zu wohlhabenden Verwandten nach Berlin. Die Eltern und Geschwister folgten später. In der Schule wurde er von Veranstaltungen ausgeschlossen, er las Bücher und besuchte das Theater. 1938 macht er sein Abitur, sein Antrag auf Immatrikulation wurde jedoch wegen seiner jüdischen Abstammung abgelehnt.

Ende Oktober 1938 wurde Marcel Reich-Ranicki zusammen mit 17.000 polnischen jüdischen Frauen, Männern und Kindern nach Polen ausgewiesen. Im Warschauer Ghetto arbeitet er als Übersetzter und lernt Teofila Langnas (1920-2011) kennen, die er im Juli 1942 heiratet. Das Paar entkam einer Deportation im Jahr 1943. Beide lebten versteckt und hatten das Warschauer Ghetto überlebt. Seine Eltern wurden ermordet, sein Bruder erschossen und seiner Schwester war es mit ihrem Mann gelungen nach London zu fliehen.

Ende 1944 arbeitet Marcel Reich-Ranicki für die polnische kommunistische Geheimpolizei. 1948 wird er Vize-Konsul und ändert seinen Namen. Der Familienname Reich hatte ihn zu sehr an die Deutschen erinnert. Im selben Jahr wurde sein Sohn Andrew Alexander (1948-2018) geboren. 1950 hatte ihn der Geheimdienst und das Außenministerium entlassen. Er verbrachte einige Wochen in Haft.

Nach seiner Entlassung widmet er sich der Literatur und arbeitet als freier Schriftsteller. Nach einer Studienfahrt blieb er in Deutschland und arbeitet für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Marcel Reich-Ranicki wurde zum einflussreichsten deutschsprachigen Literaturkritiker. Durch zahlreiche Fernsehauftritte wurde er als „Literaturpapst“ bekannt. 1999 veröffentlichte er seine Memoiren „Mein Leben“. Zudem lehrte er an amerikanischen Universitäten, trat als Gastprofessor und Redner auf. Marcel Reich-Ranicki erhielt zahlreiche Auszeichnungen und ihm wurde die Ehrendoktorwürde verliehen. Er erkrankte an Krebs und verstarb am 18. September 2013 in Frankfurt am Main.