True Story

Die Flucht ins Ungewisse (Running on Empty) – amerikanisches Drama aus dem Jahr 1988.

Eine sehr lose Inspiration fand der Film durch zwei wahre Geschichten, unabhängig voneinander, die zu einer Familiengeschichte verschmelzen. Die Familie flieht vor dem FBI und taucht unter, nachdem die Eltern einen Sprengstoffanschlag verübt hatten.

Die beiden Charaktere Annie und Arthur Pope beruhen auf realen Personen, Bill Ayers und Bernardine Dohm, Mitglieder der ehemaligen radikalen linken und militanten Organisation Weather Underground. Die Organisation wurde 1969 auf dem Campus der University of Michigan in Ann Arbor von Studenten gegründet. Ab 1970 war diese Gruppe als die Weathermen, Weather Underground Organisation (WUO) bekannt, die als politisches Ziel hatte, eine revolutionäre Partei zu gründen, um den amerikanischen Imperialismus zu stürzen.

Für das FBI war dies eine terroristische Gruppierung. In den 1970er Jahren machte man diese Gruppe für mehrere Bombenanschläge auf Regierungsgebäude und Banken verantwortlich. Verbündete dieser Organisation waren die Black Liberation Army und die Black Panther Party. Vom 8. bis 11. Oktober 1969 kam es zu Demonstrationen und gewalttätigen Aktionen in Chicago. Dies wurde von der Organisation genutzt um Mitglieder zu rekrutieren und um gemeinsam gegen den Vietnamkrieg zu protestieren. Die Gruppierung wurde 1977 aufgelöst. Anzeichen für eine Auflösung gab es bereits 1973, als die Vereinigten Staaten ein Friedensabkommen mit Vietnam erreicht hatten.

Ein weiteres Ereignis das als Inspiration für den Film diente, war ein Bombenanschlag am 24. August 1970 auf das Gebäude Sterling Hall auf dem Campus der University of Wisconsin-Madison. Dieser Anschlag wurde von vier Männern verübt, als Protest gegen die Forschungsarbeit und Verbindungen der Universität zum US-Militär während des Vietnamkrieges. Ein Physikforscher der Universität kam dabei ums Leben, drei weitere Personen wurden verletzt. Sterling Hall ist ein zentral gelegenes Gebäude das durch die Bombe massiv zerstört wurde. Der Physikforscher Robert Fassnacht (1937-1970) wurde dabei getötet. Seine Abteilung hatte keinerlei Verbindungen zum Militär.

Die vier Täter Karleton „Karl“ Armstrong, Dwight Armstrong, David Fine und Leo Burt waren Gegner des Vietnamkrieges. Sie hatten zuvor einen Van geklaut und in dem Fahrzeug eine Bombe (ANFO – Ammoniumnitrat und Heizöl) platziert. In dem Gebäude Sterling Hall befand sich ein Forschungszentrum für Mathematik der US-Armee, das Army Mathematics Research Center (AMRC). Die Explosion war so gewaltig, dass Fahrzeugteile auf einem achtstöckigen Gebäude drei Blocks entfernt gefunden wurden. Die vier Männer wurden zu drei bzw. sieben Jahren Haft verurteilt.