True Story

Verkauftes Leben (Butterbox Babies) – kanadisches Drama aus dem Jahr 1995.

Als Vorlage für den Film diente das Buch „Butterbox Babies“ von Bette L. Cahill. Buch sowie der Film beruhen auf der Geschichte des Ideal Maternity Home in Chester, Nova Scotia, kanadische Provinz, einem Entbindungsheim, das von 1928 bis 1947 von William Peach Young betrieben wurde.

William Peach Young war Chiropraktiker und Pfarrer der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der gemeinsam mit seiner Frau, der Hebamme Lila Gladys Young diese Einrichtung führte. Mütter brachten hier ihre Kinder zur Welt. Die Babys wurden teilweise verkauft und die Youngs verdienten dadurch eine Menge Geld. Das Entbindungsheim wurde später geschlossen.

Das Ideal Maternity Home war eines der größten Entbindungsheime, in dem zwischen 1928 und 1946 schätzungsweise 800 bis 1500 Kinder geboren wurden. Untergebracht waren etwa 80 bis 125 Babys. 1935 wurden die Betreiber wegen Betruges angeklagt, da sie Betreuungskosten für ein totes Kind beantragt hatten. Ein Jahr darauf kam es zu einer Anklage wegen eines toten Kindes. Hier kam es zu einem Freispruch.

1946 veröffentlichte die Zeitung Montreal Standard den Artikel „Traders in Fear: Baby Farm Rackets Still Lure Girls Who are Afraid of Social Agencies“. Die Autorin Mavis Gallant (1922-2014) schrieb über junge Mädchen, die von den Youngs ausgebeutet und gemobbt wurden, um die Kinder zur Adoption freizugeben. Die medizinische Versorgung sei zudem unzureichend. Die Betreiber seien internationale Menschenhändler, diese die Babys verkauften. Die Youngs reichten Klage wegen Verleumdung ein, diese jedoch erfolglos blieb.

Während des Prozesses stellte sich allerdings heraus, das man tote Babys in Lebensmittelkartons oder hölzernen Lebensmittelkisten von einer lokalen Molkerei (daher der Titel Butterbox Babies) begraben hatte. Das Geburtshaus wurde durch Adoptivkinderschmuggel und mehrfacher fahrlässiger Kindstötung bekannt. Zahlreiche Kinder sollen durch schlechte medizinische Betreuung und mangelnder Ausbildung der Hebammen gestorben sein. Zudem galten die Youngs als tiefreligiös.